Port Charlotte SC: 01 2012

Produkt enthält: 0,7 l

109,90 

Grundpreis: 157,00  / l

  • Islay Single Malt Scotch Whisky
  • gereift in Bourbon Barrels und Sherry Butts
  • Finish in französischen Sauternes-Weinfässern
  • Cask Exploration Series
  • inkl. Tube
  • weitere Infos in der Beschreibung

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Artikelnummer: 2022-05-22_pc-sc01 Kategorie: Schlagwörter: , , , , , ,

Infos von Bruichladdich zum SC: 01

The complexity of this Port Charlotte SC: 01 2012 pushes the outermost limits of Islay single malt as you know it. Combining our distillery’s two greatest obsessions, impeccable provenance meets high-quality French oak. For the first time in our cask exploration series, this release contains 100% Islay grown barley. The 2011 harvest was raised by seven of our farming partners, all within 10 miles of our distillery.

Du kannst die offiziellen Tasting Notes (auf Englisch) von Bruichladdich hier als PDF herunterladen.

Stefans Tasting Notes

 

Wie immer gilt: Geschmäcker sind unterschiedlich. Ich schildere hier meinen ehrlichen, individuellen und ganz persönlichen Eindruck, der sich nicht mit deinem decken muss. Meine Notes können also nur ein loser Anhaltspunkt für eine Kaufentscheidung sein und sind deshalb inhaltlich und rechtlich unverbindlich.

Kaum eine nicht ultralimitierte Reihe eines OA gefällt mir bisher so gut wie die Cask Exploration Series. Ich wartete also das Frühjar über nun zum wiederholten Mal freudig auf die nächste Abfüllung. Auch wenn ich allgemein überhaupt nicht (mehr) auf Sherryfassreifungen und -finishes eingeschossen bin – der OLC: 01 ist bisher mein Favorit aus der Reihe, dicht gefolgt vom PAC: 01. Die beiden jüngsten Veröffentlichten also. Da sind meine Erwartungen entsprechend hoch an dieses Release. Und obwohl ich bis auf seltene Ausnahmen kein Weintrinker und sicherlich kein Weinexperte bin, haben mir doch in der Vergangenheit Weinfassreifungen und -finishes des Öfteren recht gut gefallen. Also legen wir los!
  • Optik: Schön ölig, verhältnismäßig hellgolden, tolle Kirchenfenster.
  • Nase: Nach 10 Minuten im Glas halte ich das erste Mal das Riechwerkzeug über das Glas und eine kräftige aber nicht unangenehme Weinnote schlägt mir regelrecht entgegen, überdeckt einen Moment lang fast alles andere. Obwohl ich kein Gefühl der Schärfe in der Nase habe, ist der Alkohol für mich doch recht präsent. Ich nehme mich dem Verriechen also erst einmal von etwas weiter entfernt an. Da erkenne ich eine leicht vanillige Note, die etwas für mich schwer definierbares Richtung Holz und eine schöne Fruchtigkeit (Orangenschale und frisches, fast reifes Streuobst?) trägt. Also in der Nase sind wir auch ohne Wasserzugabe schon auf der eher hellen, fruchtigen Seite – bis auf die doch sehr präsente Weinnote. Fruchtsüße, leicht vergorene, helle Trauben, bei denen die Schale so ein bisschen herb ist (ihr wisst, was ich meine, hoffe ich). Ich erwarte anhand der Nase also ein eher trockenes Mundgefühl mit einer Note heller Traubenschalen.
    Beim zweiten Durchgang ist der Whisky ca. 20 Minuten im Glas. Dabei fällt mir in der Nase eine wirklich angenehme Holzwürze auf. Das erinnert mich an einen schlecht abgedeckten Holzstapel, auf den es nachts geregnet hat und bei dem ich jetzt mit der Nase ganz nah an die Spaltseite der Holzscheite gehe (nicht an die der Rinde). Ich schnuppere noch eine Weile und habe den Eindruck, dass sich ein immer weicheres Gesamtbild ergibt. Das Gerbstoffmäßige, Traubenschalenähnliche gerät jetzt immer mehr in den Hintergrund. Das finde ich gut. Es wird jetzt ausgewogener zwischen Süße und Säure. Die Gewürznote, die ich vernehme ist toll, aber für mich nicht genauer zu definieren.
  • Geschmack: Pfeffrige Schärfe im ersten Moment, der Antritt ist auf jeden Fall da, aber erschlägt mich auch nicht. Ob man da jetzt sagen kann, dass die gut 55 Prozent durchkommen? Wohl nicht ganz, aber der Start ist schon mal überraschend stramm (von den letzten beiden Releases ausgehend, hatte ich den Antritt am Gaumen etwas sanfter erwartet).
    Beim zweiten Schluck und nach etwas mehr Zeit im Glas schon deutlich milder, süßer, würzig, Weintraube. Die Zitrusnote jetzt eher hintergründig. Auch beim zweiten Probieren wieder nicht trocken, sondern schön ölig.
  • Abgang: In meinem Mundraum ein viel weniger trockenes Gefühl als erwartet. Genau genommen fast gar keines, sondern ein eher cremiges, süßes Etwas, das da zurückbleibt. Das gefällt mir hier sehr, denn ich finde, das liefert einen tollen Kontrapunkt zum doch eher hellen, fruchtigen Eindruck an Nase und Gaumen beim ersten Schluck. Und diese tolle, fast ölige Süße bleibt auch eine ganze Weile in meinem Mund. Ein Hint Traubenkern könnte zu erahnen sein, aber wirklich nur im Hintergrund. Deutlich eher meine ich, wieder eine Holznote wahrzunehmen – diesmal etwas kräftiger, und etwas muffiger, so wie ich es auch an Nase und Gaumen schon erwartet hätte. Aber diese Note ist auf gar keinen Fall so intensiv wie beispielsweise beim OLC und in eine eher helle Fruchtigkeit eingebettet. Beim Durchatmen und Luft durch den Mundraum gleiten lassen nehme ich dann auch den tollen, hier aber sehr dezenten Landluft-Vibe wahr, den ich an einigen Islay-Abfüllungen so schätze. Ich freue mich darüber.

Mit Wasser

 

  • Nase: Mit etwas Wasser habe ich mich jetzt bemüht, eine Trinkstärke irgendwo zwischen 45 und 48 Prozent zu erreichen. Wenig überraschend wirds geruchlich jetzt ein wenig milder und es eröffnet sich mir ein vorher noch etwas verschlossenes Aromenspiel. Er “geht” also ein bisschen “auf”. Das Ganze ist jetzt ein bisschen differenzierter, die Landluftnote (Kindeheitserinnerung!) kommt jetzt auch hier durch, das gefällt mir sehr gut. Weniger Holzwürze ist jetzt für mich zu erreichen, aber sie ist nicht ganz weg. Immer noch weiße Weintrauben und deren Schale. Ein Hauch von Kräutern und Honig im Hintergrund.
  • Geschmack: Schön! Weiße, süße Weintrauben mit leicht herber Schale (tolle Kombi!). Der Traubenkern ist jetz nicht mehr zu erkennen. Überhaupt keine Bitterkeit. Die Holzwürze ist hier etwas weniger überdeckt und sehr schön ins Gesamtwerk eingebunden. Eher helleres nasses Holz wieder, weniger Muff. Von Alkohol(schärfe) keine Spur. Gefällt mir.
  • Abgang: Hier habe ich jetzt ein etwas trockeneres Mundgefühl, weniger diese süße Schlotzigkeit. Wenn ich Luft durch den Mund gleiten lasse, auch wieder die Landluft, süß, leicht herb, aber nicht bitter. Eine Vanillenote lässt sich für mich nur noch erahnen. Der Abgang ist jetzt nicht mehr lang, sondern eher mittellang. Die Schale der Trauben kommt nach einer kurzen Weile wieder ein wenig hervor, aber nicht störend, sondern eigentlich ganz passend.

Fazit

 

Könnte sich für mich vielleicht an dritter Stelle hinter OLC und PAC einreihen, aber um sicherzugehen müsste ich die frühren Releases MC und MRC noch einmal probieren (oh nein…!). Die Abfüllung ist wieder gut gelungen, aber für mich nicht der Star der Reihe. Sauternes-Fans kommen hier sicher auf ihre Kosten. Die außer den Sauternes-Fässern beteiligten Bourbon Barrels und Sherry Butts geben dem Ganzen eine gewisse Substanz. Jetzt fragen sich manche vielleicht, warum das Wort Rauch bisher nicht vorkam. Ganz einfach: der steht hier für mich so im Hintergrund, dass er bei einer Abfüllung, auf der groß die Worte „Heavily Peated“ zu lesen sind eigentlich nicht weiter der Rede wert ist. Und das ist für mich hier auch die einzige stichhaltige Kritik, die ich finden kann. Hier hätte sich Mr. Hannett für meinen Geschmack deutlich mehr trauen dürfen. Nichtsdestotrotz eine gelungene Fortsetzung der Reihe.

Bei Fragen melde dich gerne!
Freundliche Grüße
Stefan | Whisky-Fakultät

Gewicht 2,5 kg
Größe 15 × 15 × 39 cm
Alkoholgehalt

55,2 % Vol.

Alter

9 Jahre

Art

Single Malt

Fass

Bourbon Barrels & Sherry Butts, Sauternes Cask Finish

Marke

Port Charlotte

Brennerei

Bruichladdich

Region

Islay

Rauchig/Peated

Peated

Farbstoff

nein

Kühlfiltrierung

nein